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Touristen suchen nach Spuren der Berliner Mauer

Wo stand die Mauer?» - Die Suche nach authentischen Spuren der deutschen Teilung in Berlin ist für Touristen nicht ganz einfach. Auch junge Leute suchen «Geschichte zum Anfassen». Doch in der Euphorie über den Fall des meterhohen, dicken Betonwalls im Herbst 1989 wurde vieles weggerissen. Berlin sollte zusammenwachsen, die verhasste Mauer nicht nur aus dem Denken, sondern auch aus dem Stadtbild verschwinden.

Heute sind manche Besucher enttäuscht, dass sie den Verlauf der Mauer nur anhand von Pflasterstreifen oder Kupferbändern nachempfinden können, die in Straßen oder Plätze eingelassen wurden. Wer genauer hinsieht, kann aber noch einige Überreste von „Berlins berühmtesten Bauwerk“ finden. So ist in der Nähe des Regierungsviertels ein DDR-Wachturm zu besichtigen, der durch private Initiative erhalten wurde. Die 1998 eingerichtete nationale Gedenkstätte Berliner Mauer an der Bernauer Straße zeigt ein mehr als 200 Meter langes Mauerstück, das seitlich von Edelstahlwänden begrenzt ist. Durch Schlitze sind Grenzanlagen zu sehen. Bis heute ist der ehemalige Todesstreifen in diesem Bereich, da die Trennung zwischen Ost und West besonders dramatisch vollzogen wurde, nicht wieder bebaut. Geblieben ist zudem die East-Side-Gallery in Berlin-Friedrichshain, ein Stück der Berliner Mauer, auf dem Künstler ihre Freude über die Einheit festgehalten hatten.

Besonders beliebt bei Touristen ist der legendäre Checkpoint Charlie an der Friedrichstraße. An den früheren Alliierten-Übergang erinnern eine nachgebaute Kontrollbaracke der US-Army und ein Sektorenschild auf der Straße. Hier können sich Besucher mit uniformierten Schauspielern fotografieren lassen. Scharen von Menschen aus aller Welt strömen täglich an den Schauplatz der direkten Konfrontation zwischen Ost und West, wo sich wenige Wochen nach dem Mauerbau 1961 amerikanische und sowjetische Panzer gegenüberstanden.

Wie groß das Interesse an deutscher Geschichte ist, zeigt auch die Zahl der Besucher des Mauermuseums am Checkpoint. Das private Museum gehört zu den bestbesuchten in der Hauptstadt. Von der Nähmaschine, auf der eine Hülle für einen Heißluftballon für eine DDR-Flucht zusammengenäht wurde, über Original-Mauerteile bis zum ausgestopften Dachs, den Stasi-Chef Erich Mielke schoss, reichen die Exponate.

Museumschefin Alexandra Hildebrandt hatte das Mauergedenken forcieren wollen und auf einer Brache am Checkpoint eine Installation mit rund 1000 Holzkreuzen für die Opfer des Grenzwalls und einem nachgebauten Mauerstück errichtet. Kritiker nannten dies ein historisch unwahres «Disneyland» des Gedenkens. Die umstrittene Ausstellung wurde im vergangenen Jahr abmontiert, sie entfachte aber die Debatte um das Gedenken an die Berliner Mauer neu. Inzwischen informiert dort eine von Berlins Kultursenator Thomas Flierl (Linkspartei) initiierte Freiluftausstellung über die Geschichte der Mauer.

Nach den Plänen des Berliner Senats soll an der Friedrichstraße ein Museum des Kalten Krieges entstehen, das die internationale Dimension der Teilung widerspiegelt. Das knapp 17 Jahre nach dem Fall der Mauer am 9. November 1989 vorgelegte Konzept sieht als wichtigsten Punkt vor, die Mauergedenkstätte in der Bernauer Straße aufzuwerten. Zwischen Nordbahnhof und Mauerpark soll der Ort dramatischer Fluchtaktionen zur zentralen Erinnerungslandschaft im früheren Todesstreifen ausgebaut werden. Berlin hofft, dass sich der Bund an den Kosten beteiligt. Erarbeitet wird derzeit auch ein Totenbuch mit den Namen und Schicksalen von Opfern der Teilung.

www.berlin.de/mauergedenken

 

 

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