Grundlage
für die deutsch-tschechische Zusammenarbeit im militärischen
Bereich ist die Vereinbarung zwischen dem Bundesministerium
der Verteidigung und dem Tschechischen Verteidigungsministerium
vom 24. März 1993. Sie definiert die Bereiche der Zusammenarbeit
zwischen den Streitkräften beider Länder, z.B. Sicherheits- und
Militärpolitik, Aus- und Weiterbildung von militärischem und zivilem
Personal, Betrieb und Einsätze von Streitkräften, Organisationsstrukturen
und Streitkräfteplanungsverfahren, Rüstungskontrolle und Umweltschutz
in den Streitkräften. Koordination und Steuerung erfolgte bis Ende
2003 über ein sogenanntes Jahresprogramm, das Mitte der 90er Jahre
bis zu 150 Einzelmaßnahmen umfaßte, in den letzten 3 Jahren noch
etwa 40. Grund für die schrittweise Reduzierung ist der Beitritt
der Tschechischen Republik zur Nordatlantischen Allianz (NATO)
im März 1999. Nach einer Übergangszeit von knapp 5 Jahren liefdieses
Jahresprogramm aus (ebenso mit Polen und Ungarn) und die bilateralen
Beziehungen werden wie mit jedem anderen NATO-Mitgliedsland auch
unmittelbar realisiert.
Die Grundlage für die fortzusetzende Zusammenarbeit der Streikräfte beider Länder
ab dem Jahr 2004 und die langfristige Perspektive bildet das am 10. Juni 2002
in Berlin zwischen den Verteidigungsministern unterzeichnete Guidance paper.
Daneben gibt es die langjährig bewährten Kontakte im Grenzbereich zwischen
dort stationierten Verbänden und Einheiten in Verantwortung der
Teilstreitkräfte und der jeweiligen Kommandeure . Aus ihnen sind
bislang acht offizielle Patenschaften von Truppenteilen des
Heeres, der Luftstreitkräfte und der Streitkräftebasis erwachsen
und abgeschlossen.
Am 31. Juli 2003 wurde in Prag das bilaterale Streitkräfteaufenthaltsabkommen für
Einreise und vorübergehenden Aufenthalt von bis zu 3000 Mitgliedern
der Streitkräfte für eine Dauer bis zu drei Wochen auf dem Gebiet
des jeweils anderen Staates unterzeichnet. Dieses Abkommen ermöglicht
die Ausweitung der Ausbildungs- und Übungsaktivitäten der Streitkräfte
über die Grenzen hinweg, die als Mitgliedsstaaten der NATO miteinander
verbündet sind.
Am 01. September 2003 nahm ein neuer deutscher Militärberater
seinen Dienst an der Militärakademie in Brno auf, um die tschechischen
Streitkräfte in der Reform des Miltärhochschulwesens und dem Aufbau
einer Verteidigungsuniversität ab September 2004 zu unterstützen.
Zusammenarbeit in der NATO
Umfangreiche militärische Ausbildungshilfe leistete die
Bundeswehr entsprechend dem Bedarf der Tschechischen Streitkräfte
zur Heranführung und Integration in die NATO, der die Tschechische
Republik am 12. März 1999 beitrat. In beiden Ländern nehmen Offiziere
im Austausch an den jeweils höchsten nationalen Ausbildungen, Lehrgängen
und Studium an Akademien, Schulen und Universitäten teil.
Im Rahmen der multinationalen Streitkräftestruktur der
NATO , bei internationalen Missionen im Ausland sowie bei Übungen
arbeiten die Soldaten der Armee der Tschechischen Republik eng
mit ihren alliierten Verbündeten und den Soldaten der Bundeswehr
zusammen.
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