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Das Deutsch-Tschechische Jugendforum
wurde als eines der Projekte des Koordinierungsrats des Deutsch-Tschechischen
Gesprächsforums 2001 ins Leben gerufen. Bei der Einrichtung des
Koordinierungsrates 1997 wurde von Jugendverbänden aus beiden Ländern
kritisiert, dass eine Jugendbeteiligung in diesem Gremium fehlte.
Gemeinsam mit dem Koordinierungszentrum für den deutsch-tschechischen
Jugendaustausch TANDEM wurde der Gedanke eines Jugendforums entwickelt,
das sich im November 2001 in Bayreuth konstituierte. Die Schirmherrschaft
übernahmen die Bundestagsabgeordnete Petra Erntsberger und auf tschechischer
Seite der Senator und ehemalige Aussenminister Josef Zielenec.

Im Jugendforum sind 40 deutsche und tschechische Jugendliche
aktiv, die je zur Hälfte aus dem Spektrum der Jugendverbandsarbeit
kommen oder sich in anderer Weise in der deutsch-tschechischen Begegnungsarbeit
engagieren. Politisch wird das Jugendforum durch ein Team von zwei
Sprechern und deren Stellvertreter/innen repräsentiert.
Seit Gründung des Jugendforums waren die Sprecher an den Sitzungen
des Koordinierungsrats als Gäste beteiligt. Mit der Neubesetzung
des Koordinierungsrates Anfang 2003 wurden die beiden Sprecher,
Matthias Braun und Ondøej Matejka, als ordentliche Mitglieder durch
die Außenminister beider Länder ernannt. Damit wurde eine wichtige
Forderung der deutsch-tschechischen Erklärung eingelöst, in den
Dialog zwischen beiden Ländern besonders auch die junge Generation
einzubinden.
In den drei Arbeitsgruppen Medien, Geschichte und Jugendbegegnung
sind die 40 Mitglieder nicht nur im Sinne der politischen Interessenvertretung,
sondern auch in der Reflexion der praktischen Begegnungsarbeit aktiv.
Mit der Studie "Mobilitätshindernisse" wurde im November
2002 eine kritische Bestandsaufnahme von bestehenden Regelungen
vorgelegt, die die Mobilität junger Menschen im deutsch-tschechischen
Austausch bis heute massiv behindern. Dabei scheut sich das Jugendforum
nicht, auch strittige Themen anzugehen. So diskutieren die Mitglieder
der AG Geschichte mit Vertretern der politischen Jugendorganisationen
beider Länder die gemeinsame deutsch-tschechische Vergangenheit.
Auf der letzten Sitzung des Koordinierungsrates am 14.02.2003 beschlossen
die Mitglieder mit großer Mehrheit die Fortführung und weitere Förderung
des Jugendforums, das sich ebenso wie das Gesprächsforum aus den
Mitteln des Deutsch-Tschechischen Zukunftsfonds finanziert.
Am 1./2.11.2003 fand das 2. Deutsch-Tschechische Jugendforum
statt. Es trafen sich 40 Jugendlich aus Tschechien und Deutschland
zur Gründungssitzung in Nürnberg.
Die Ziele des Jugendforums sollen in den nächsten zwei Jahren
u.a. in folgenden Projekten verwirklicht werden:
Die Arbeitsgruppe Politik wird die veränderte Situation vor und
nach dem EU-Beitritt Tschechiens 2004 mit Entscheidungsträgern diskutieren
und die Zusammenarbeit auf kommunaler Ebene im Grenzraum analysieren;
im Bereich Geschichte wird eine Studie zur Minderheitensituation
in Tschechien nach 1919 erarbeitet. Die Arbeitsgruppe Jugend versucht
Probleme und Hindernisse bei der Organisation von deutsch-tschechischen
Austauschprojekten abzubauen.
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