Besuch von Außenminister Joschka Fischer in Prag am 27.02.2004

 

Am Freitag, den 27.02.2004 besuchte Außenminister Joschka Fischer Prag. Auf dem Programm standen Gespräche mit dem tschechischen Premierminister Špidla und dem tschechischen Außenminister Svoboda sowie die Eröffnung des Neubaus der Deutschen Schule Prag.

Die Gespräche drehten sich vor allem um europäische und internationale Themen. Schwerpunkt war die Sicherheitslage in Irak und im Mittleren Osten sowie die Beteiligung beider Staaten an dem Einsatz in Afghanistan. Ein weiteres Thema war die EU-Verfassung. Sowohl Fischer als auch Svoboda äußerten sich zuversichtlich, dass noch während der irischen Ratspräsidentschaft ein Kompromiss gefunden werden könne.

Zu den deutsch - tschechischen Beziehungen betonten beide Seiten die Bedeutung der Deutsch-Tschechischen Erklärung von 1997. Außenminister Fischer erklärte auf der Pressekonferenz, dass beide Länder aus der tragischen gemeinsamen Vergangenheit gelernt hätten und als Resultat die Erklärung entstanden sei, in der viel Weisheit liege.

Bereits am Morgen eröffneten die beiden Außenminister in der mit Schülern, Eltern und weiteren Gästen gefüllten Aula den Neubau der Deutschen Schule in Prag. Fischer apellierte an die Schülerinnen und Schüler, Fremdsprachen zu lernen, damit sie diese besser beherrschten als seine Generation. Er bezeichnete die jungen Leute als die Zukunft eines vereinten Europas. Svoboda sah in der Errichtung der Schule einen weiteren Schritt, um die Grenzen zwischen beiden Ländern zu zerstören. Diese existierten nicht nur physisch, sondern auch im Bewusstsein der Menschen. Mit der Übergabe eins symbolischen Schlüssels wurde die Eröffnung besiegelt, bevor sich beide Außenminister auf einen Rundgang durch die Schule begaben. Sie besichtigten die Bibliothek mit Internetarbeitsplätzen, Chemie- und Physikräume sowie die Sporthalle. Die moderne Ausstattung wurde durch Spenden der Eltern, Sponsorengelder und den Deutsch-Tschechischen Zukunftsfonds finanziert. Die Kosten des Neubaus in Höhe von 10 Mio. Euro trug größtenteils die Bundesrepublik Deutschland.

Die Deutsche Schule Prag bietet als deutsch-tschechische Begegnungsschule den gymnasialen Bildungsweg bis zum Abitur sowohl nach deutschem als auch nach tschechischem Schulsystem an. Sie hat sich seit dem Schuljahr 2000/2001 im Rahmen einer Vereinbarung zwischen der Bundesrepublik Deutschland und der Tschechischen Republik als deutsch-tschechische Begegnungsschule etabliert und unterrichtet gegenwärtig 400 Schülerinnen und Schüler aus 26 verschiedenen Nationen.

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