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Lenka Reinerová erhielt das Große Verdienstkreuz der Bundesrepublik Deutschland
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Bundespräsident Horst Köhler hat Frau Lenka Reinerová mit dem Großen
Verdienstkreuz des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland
für ihr Lebenswerk als Grande Dame der deutschsprachigen Literatur
in Tschechien ausgezeichnet. Die Ordensverleihung wurde vom Botschafter
der Bundesrepublik Deutschland in der Tschechischen Republik Helmut
Elfenkämper am 17. November vorgenommen.
Geehrt wurde die 1916 in einer Prager jüdischen Familie geborene Erzählerin
für ihr literarisches Lebenswerk. Frau Reinerová bereichert mit ihrem vielfältigen
Schaffen bis heute die europäische Sprachenlandschaft um unwiderbringliche
Facetten des Prager Deutsch. Als engagierte Zeitzeugin setzt sie sich unermüdlich
für Verständigung und Versöhnung in Europa ein. Frau Reinerová ist Mitinitiatorin
des Projektes eines "Hauses der deutschsprachigen Literatur in Prag".
Sie engagiert sich ebenso in der tschechischen Literaturszene. Ihre Werke
sind inzwischen alle ins Tschechische übersetzt und erfreuen sich einer breiten
und weiter wachsenden Leserschaft auch in Tschechien. 1999 erhielt Lenka
Reinerová in Weimar den Schillerring, 2001 die tschechische Verdienstmedaille,
2002 die Ehrenbürgerschaft der Stadt Prag und 2003 die Goethe-Medaille.
Frau Reinerová erzählte im Rahmen des diesjährigen „Prager Theaterfestivals
deutscher Sprache“ und des „Jahres mit der jüdischen Kultur“ aus ihrem Leben,
las im Prager Theater „Viola“ aus ihren Werken vor und führte dabei ein Gespräch
mit dem Publikum.
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Ruhrgebiet als Kulturhauptstadt bestätigt
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Der Europäische Rat hat am 13. 11. Essen und das Ruhrgebiet sowie
Pécs (Ungarn) und Istanbul (Türkei) offiziell zu "Kulturhauptstädten
Europas 2010" ernannt.
Der nordrhein-westfälische Ministerpräsident Jürgen Rüttgers sprach
nach der erwarteten Entscheidung in Brüssel von einem "großen Tag" für
Nordrhein-Westfalen. Der Beitrag von Essen und dem Ruhrgebiet für den
Dialog der Kulturen könne ein wichtiger Beitrag für die europäische
Integration sein.
Der Staatsminister für Europa im Auswärtigen Amt, Günter Gloser, gratulierte
den drei Städten Essen, Pécs und Istanbul zu ihrer Auszeichnung. Besonders
freue er sich darüber, dass die Kulturhauptstädte 2010 in gemeinsamen
Projekten zusammenarbeiten wollen. Dies fördere eine europäische Identität.
Die Auszeichnung wirke sich auch positiv auf den Kulturtourismus aus,
der einen wichtigen Beitrag zu Wachstum und Beschäftigung in Europa
leiste, wie Studien im EU-Auftrag belegten.
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Arbeitslosenquote unter zehn Prozent gesunken
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Nach einer ungewöhnlich starken Herbstbelebung im Oktober mit der niedrigsten
Erwerbslosigkeit seit fast vier Jahren rechnet die Bundesagentur für Arbeit
(BA) mit einem anhaltenden Aufschwung auf dem Arbeitsmarkt. Man gehe von
einem stabilen Trend aus, sagte BA-Vorstandschef Frank-Jürgen Weise. Auch
2007 werde sich die Aufwärtsentwicklung fortsetzen und die Arbeitslosigkeit
im Jahresdurchschnitt auf rund 4,37 Millionen drücken; das wären rund 170
000 weniger als in diesem Jahr.
Die Herbstbelebung und die gute Konjunktur haben im Oktober die Zahl der
Arbeitslosen auf 4 085000 sinken lassen, den niedrigsten Stand seit November
2002. Dies sind 153 000 weniger als im September. Der Rückgang falle damit
doppelt so stark aus wie im Schnitt der vergangenen drei Jahre, betonte
Weise in Nürnberg. Die Arbeitslosenquote sank um 0,3 Punkte und blieb mit
9,8 Prozent zum ersten Mal seit knapp vier Jahren wieder unter der Zehn-Prozent-
Marke.
Für den starken Abbau der Arbeitslosigkeit im Oktober machte BA- Chef Weise
neben der saisonüblichen Herbstbelebung vor allem die gute Verfassung der
Wirtschaft verantwortlich. Dadurch seien Betriebe auf zusätzliche Kräfte
angewiesen. Ein deutlicher Hinweis auf die gute Lage der Wirtschaft sei die
wachsende Zahl der Stellenangebote: Im Oktober seien den örtlichen Arbeitsagenturen
rund 625 000 offene Stellen gemeldet worden, 170 000 mehr als im Oktober
2005.
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Startschuss für Galileo-Kontrollzentrum
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Am 7. 11. wurde in Oberpfaffenhofen bei München der Grundstein
für das Galileo-Kontrollzentrum gelegt. Das mindestens 3,5 Milliarden
Euro teure Projekt soll von 2008 an Positionsdaten für Navigationssysteme
liefern.
Deutschland wird damit nach Auffassung von Bundesverkehrsminister Wolfgang
Tiefensee zum Zentrum der europäischen Satellitennavigation. Von hier aus
werde das gesamte Satelliten-Navigationssystem Galileo gesteuert.
Bis 2008 entsteht am Standort des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt
(DLR) für 16 Millionen Euro ein neues Gebäude. In drei Kontrollräumen sollen
vom Frühjahr 2008 an etwa 100 Ingenieure und Wissenschaftler bis zu 30 Satelliten
steuern. Bereits seit 2003 ist in Ottobrunn (ebenfalls bei München) der Hauptsitz
des Auftragnehmerkonsortiums für Galileo. In Berchtesgaden wird derzeit ein
Testfeld für die unterschiedlichen Anwendungen von Galileo errichtet.
Bis zu 30 Satelliten sollen bei Galileo auf drei verschiedenen Erdumlaufbahnen
die gesamte Erdoberfläche optimal abdecken und präzise Positionsdaten für
Navigationssysteme etwa in Fahrzeugen liefern. Wegen der vielfältigen Anwendungsmöglichkeiten
von Galileo in Verkehr, Umweltschutz oder bei der Energieversorgung wird
das Beschäftigungspotenzial von Experten auf über 100 000 Arbeitsplätze in
Europa geschätzt.