N E W S L E T T E R DER D E U T S C H E N B O T S C H A F T P R A G
1/2005
- - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - -
Maut startet am 1. Januar 2005
- - - - - - - - - - - - - - -- - - - - - - - - - -
„Auf deutschen Autobahnen wird am 1. Januar 2005 eine Lastwagenmaut eingeführt. Das Bundesamt für Güterkraftverkehr (BAG) erteilte am Mittwoch dem Mautunternehmen Toll Collect die Betriebserlaubnis für das satellitengestützte Mautsystem. Bundesverkehrsminister Stolpe (SPD) sagte am 15. Dezember in Berlin: „Nach zehn Wochen Probebetrieb und zwei Wochen intensiver Überprüfung wissen wir, dass die Technik funktioniert. Drei Tage vor Einführung der Lkw-Maut auf den deutschen Autobahnen sind am
Mittwoch die bundesweit 3700 Kassenautomaten in Betrieb genommen worden. Seit
Mitternacht kann an Raststätten, Tankstellen und Grenzübergängen die Gebühr für
Fahrten bezahlt werden, die am 1. Januar unternommen werden. Das gesamte
satellitengestützte Erfassungssystem geht dann in der Neujahrsnacht in Betrieb.
Die streckenbezogene Maut betrifft Schwerlasttransporter ab einem Gesamtgewicht von mehr als zwölf Tonnen und wird auf allen Bundesautobahnen ab dem 1. Januar um 0.00 Uhr erhoben. Der durchschnittliche Mautsatz beträgt 12,4 Cent (3,80 Kc) pro Kilometer, wobei sich der genaue Betrag nach Achszahl und Emissionsausstoß des Fahrzeugs richtet. Ein tschechischer Spediteur bezahlt also für die Reise vom Grenzübergang Rozvadov/Waidhaus nach Köln am Rein und zurück ca. 155 Euro (4700 Kè). Nach Verkehrsprognosen werden nächstes Jahr etwa 1,4 Millionen Lastwagen die deutschen Autobahnen nutzen, davon ein Drittel aus dem Ausland. Es werden Gesamteinnahmen in Höhe von 3 Milliarden Euro erwartet. Davon gehen etwa 600 Millionen Euro an die Betreiber und der Rest fließt in Verkehrsinvestitionen für Straße, Schiene und Wasserstraße.
Die Buchungen laufen nicht nur über die Bordgeräte (sog. OBU), sondern auch über das Internet sowie über Mautterminals an den Autobahnraststätten. Weil mit knapp 300.000 bis heute erheblich weniger Bordgeräte in die Lastwagen eingebaut sind als geplant, werden u.U. Staus an den Mautterminals vor allem in Grenzregionen erwartet. Toll Collect will daher in den nächsten Wochen mehr als 5.000 mehrsprachige Mauthelfer einsetzen. Stolpe warnte, für Mautpreller werde es keine Schonzeit geben. Ihnen drohen hohe Bußgelder. Die Kontrolle übernehmen die an den Autobahnen installierten Mautbrücken und mobile Kontrolleure des Bundesamtes für Güterverkehr.
Damit jede Frage beantwortet wird, hat das Bundesverkehrsministerium auf seiner Homepage (www.bmvbw.bund.de) einen Fragen- und Antwortenkatalog eingestellt. Auch das Bundesamt für Güterverkehr steht ab sofort Tag und Nacht über die Hotline Tel: +49 221 577 64 595 für Fragen zur Verfügung. Die Registrierungsformulare (Deutsch und Tschechisch) sowie weitere Informationsbroschüren sind in der Botschaft der Bundesrepublik Deutschland oder in der Deutsch-Tschechischen Industrie- und Handelskammer abzuholen.
- - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - -- - - - - - - -
Ökologische Steuerreform in Deutschland Thema auf ÈSSD-Konferenz
- - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - -
Die parlamentarische Staatssekretärin im Bundesfinanzministerium, Frau Dr. Barbara Hendricks, nimmt auf Einladung der Tschechischen Sozialdemokratischen Partei (ÈSSD) am 12. Januar 2005 an einer von dieser ausgerichteten Konferenz in Prag teil und wird aus Sicht der Bundesregierung über die Ökologische Steuerreform in Deutschland informieren. Dabei wird Sie zum Thema "Die Ökologische Steuerreform - Ziele, Entwicklung, Aussichten" referieren und sich anschließend der Diskussion stellen. Frau Dr. Hendricks wird den Besuch auch zu bilateralen Gesprächen mit Vize-Finanzministerin Yvona Legierska nutzen, um EU-relevante Themen zu erörtern.
- - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - -
Schiller-Jahr in Weimar eröffnet
- - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - -
Zahlreiche Veranstaltungen zum 200. Todesjahr des Dichters geplant
Friedrich Schillers "Lied von der Glocke" läutet in der Silvesternacht in Weimar das 200. Todesjahr des Dichters ein. Die Staatskapelle Weimar bietet Max Bruchs Vertonung der berühmten Ballade. Das Konzert ist zugleich Auftakt für eine Vielzahl an Ehrungen für den deutschen Klassiker.
Die Leipziger Buchmesse will unter dem Motto "Leipzig liest Schiller" unter anderem alle Neuerscheinungen präsentieren und ein Schiller-Forum organisieren. Das Schiller-Projekt ist Teil der vom Kulturstaatsministerium initiierten bundesweiten Kampagne zum Schiller-Jahr. Das baden-württembergische Marbach, wo Schiller am 10. November 1759 geboren wurde, dokumentiert Leben und Werk des Dichters in einer Sonderschau. Im Neubau der Akademie der Künste am Brandenburger Tor gibt es im März eine 24-Stunden-Schiller-Lesung. Bei der Marathon-Veranstaltung werden Künstler, Entertainer und Politiker aus den Werken des Dichters lesen.
Thüringen wirbt mit dem Motto "Schiller lockt". Allein Weimar, wo Schiller von 1799 bis zu seinem Tod am 9. Mai 1805 lebte, plant rund 100 Veranstaltungen. Auch die anderen Thüringer Schillerstädte - Jena, Rudolstadt, Meiningen oder Erfurt - locken mit Schiller.
Jena bietet unter dem Motto "Jena SCHILLERt" eine "Mobile Museumsaktion mit dem Zug der Jenaer Geister" mit Abschlusskonzert und Barockfeuerwerk. Die Universität trägt den Namen Friedrich Schillers. Der unter chronischem Geldmangel leidende Dichter hatte 1789 auf Vermittlung Goethes eine unbesoldete Philosophieprofessur erhalten. Berühmt ist seine Antrittsrede "Wozu und zu welchem Ende studiert man Universalgeschichte?" In Abwandlung des Titels schrieb die Hochschule zum 200. Todestag ihres Namenspatrons einen bundesweiten Essay-Wettbewerb für Studenten und Doktoranden aus. Der Sieger erhält die 180 Bücher umfassende Bibliothek des Deutschen Klassiker Verlages im Wert von 15.000 Euro.
- - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - -
Immer mehr Touristen zieht es nach Deutschland
- - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - -
Wichtigste Herkunftsländer: Niederlande, USA, Großbritannien, Schweiz und Italien
Tschechien auf Platz 19
Deutschland wird für ausländische Touristen immer öfter zum Reiseziel. Bis Ende 2004 erwartet die Deutsche Zentrale für Tourismus (DZT) die Rekordzahl von 45 Millionen internationalen Übernachtungen.
Dies entspricht einem Zuwachs von 7,7 Prozent. «Das Ausland ist der Wachstumsmotor für den Deutschland-Tourismus.» Die Niederlande bleiben dabei das wichtigste Herkunftsland, gefolgt von den USA, Großbritannien, der Schweiz und Italien. Tschechische Touristen machen 1,4% an den gesamten ausländischen Übernachtungen aus, womit Tschechien Platz 19 belegt. Die Zahl der Übernachtungen stieg in den Monaten Januar bis Juni 2004 im Vergleich zum Vorjahr um 2% an und liegt nun bei 415.832.
Für 2005 prognostiziert die Tourismus-Zentrale einen Anstieg der Übernachtungen von Besuchern aus europäischen Ländern um drei bis fünf Prozent. Aus Übersee kämen fünf bis zehn Prozent mehr Übernachtungsgäste. Damit werde der gesamte Tourismusmarkt in Deutschland um mehr als zwei Prozent wachsen.
Im kommenden Jahr will die DZT im Ausland vor allem für Städtereisen und Familienferien werben. Weiterer Schwerpunkt ist eine Kampagne zur Fußball-Weltmeisterschaft 2006 in Deutschland. In einer Imagebroschüre mit dem Titel «Für alle eine runde Sache» werden die zwölf Austragungsorte und –regionen als Reiseziele vorgestellt. Vom 11. Bis 15. März 2005 wird sich Deutschland zudem als offizielles Partnerland der Tourismus-Börse ITB in Berlin als Reiseland präsentieren.
Quelle: dpa